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Auteur: Winfried Heidrich, Klinikseelsorger
Der Schmerz, die Spiritualität und die Euthanasie
Im Folgenden werde ich anhand konkreter anonymisierter Beispiele aus meiner langjährigen Praxis als Klinikseelsorger und Kunsttherapeut Begriffe des Euthanasiegesetzvorschlages und der mit ihm verbundenen parlamentarischen Diskussion auf ihre Patientenorientierung sowie auf ihre sprachliche Klarheit und inhaltliche Stimmigkeit hin befragen.
Die Wahl von drei Wegen
Eine ältere chronisch kranke Patientin mit unerträglichen Schmerzen wird von ihren Kindern in die Klinik gebracht, da der Hausarzt die Schmerzen ihrer Mutter nicht in den Griff bekommen hatte. Nach einigen Tagen geht es der Frau durch den Einsatz einer gezielten Schmerztherapie ergänzt durch leichte Beruhigungsmittel wesentlich besser. Die Kinder erzählen mir, dass ihre Mutter über Wochen jeden Tag gesagt hat, dass sie sterben will. Die Kinder bekamen Angst um sie und handelten. Der Todeswunsch der klar denkenden Frau löst sich zusammen mit den nun erträglichen Schmerzen fast in Luft auf. Die Patientin wird nach Hause entlassen und lebt jetzt zwar sehr eingeschränkt und nicht völlig schmerzfrei, aber ohne Sterbenswünsche bei sich zu Hause.
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